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Young Austria

Das Hotel Carinth im Lungau funktioniert gut. Es war nur in die Jahre gekommen, und in der Hospitality müssen die Dinge regelmäßig aufgefrischt werden. Die Frage, mit der Ludwig Kaltner zu mir kam, war deshalb keine gestalterische: Reißt man alles heraus und macht komplett neu, mit dem entsprechenden Aufwand an Geld und Ressourcen – oder lässt sich im Bestand etwas machen?

Es war von Anfang an eine Raumaufgabe. Ludwig kannte die Dinge, die ich mache, und hielt sie auch hier für brauchbar. Für mich ist der Unterschied ohnehin kleiner, als er aussieht: Ob digitaler oder gebauter Raum – es sind Materialien und Dinge, die kommunizieren. Man muss sie in Verhältnisse und Strukturen bringen, die Sinn ergeben und bei denen etwas mit den Menschen passiert, die sich darin aufhalten.

Im ersten Jahr das Stiegenhaus, der Probeballon. Vier Stockwerke, und die eigentliche Aufgabe war nicht das Motiv, sondern eine Technik: etwas, das in kurzer Zeit fertig wird und danach professionell aussieht, nicht handgemacht. Die Pinseltechnik, die ich mir dafür überlegt habe, hat gehalten – vier Stockwerke in drei Tagen.

Im zweiten Jahr die Disco, ein größerer Brocken. Der Raum war vor der Zeit als Jugendhotel ein bekannter Treffpunkt, und so sah er auch aus: alte Bar, andere Aufteilung. Wir haben ihn leergeräumt, die Bar herausgerissen und mit den vorhandenen Mitteln etwas hineingebaut, in dem sich junge Menschen wohlfühlen – ein modulares Möbelsystem, eine Tanzfläche, die nicht nur erhalten, sondern unterstützt wurde, neue Soundanlage, neues Licht.

Was mir erzählt wird: Die Kinder lieben die Disco, und das modulare System wird mit Leidenschaft benutzt und verschoben. Das Budget war dabei durchgehend ein gestaltender Faktor und keine Nebenbedingung – was ist vorhanden, was kann man selbst machen, wie viel eigene Arbeit steckt man hinein, und wie sieht es am Ende trotzdem richtig gut aus. Young Austria betreibt mehrere Häuser; ein zweites haben wir bisher nicht gestaltet.

Neue räumliche Konzepte

In enger Zusammenarbeit mit Young Austria entstand ein neues Gestaltungskonzept für ausgewählte Innenräume des Hauses. Der Fokus lag auf der Neugestaltung des Jugendaufenthaltsraums sowie auf dem Redesign des Stiegenhauses. Dabei wurden neue, praktische Elemente entwickelt, die sowohl den Alltag der Gäste verbessern als auch eine frische, junge Atmosphäre schaffen, während gleichzeitig der ursprüngliche Flair des Gebäudes erhalten bleibt.

Dorfdisko wird zu Jugendaufenthaltsraum

Der bestehende Raum war ursprünglich weder als Jugendaufenthaltsraum konzipiert noch für die intensive Nutzung durch Gruppen geeignet. Eine verwinkelte Struktur, veraltete Ausstattung und wenig flexible Nutzungsmöglichkeiten machten ihn unpraktisch und wenig einladend.

Modulares Möbelsystem für maximale Flexibilität

Im Zuge der Neugestaltung wurde der Bereich als zentraler Treffpunkt für junge Gäste neu gedacht. Neue Möbel, flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine klarere räumliche Struktur schaffen nun eine offene und einladende Atmosphäre für gemeinsames Lernen, Spielen und Entspannen.

Ein zentrales Element der Neugestaltung ist ein modulares Möbelsystem für den Jugendaufenthaltsraum, bestehend aus 30 einzelnen Boxen, die flexibel im Raum verschoben und je nach Bedarf als Tisch, Sitzbank oder Ablage genutzt werden können. Dadurch lässt sich der Raum einfach an unterschiedliche Aktivitäten und Gruppengrößen anpassen. Die Kombination aus neuen, funktionalen Elementen und dem bewussten Erhalt bestehender architektonischer Details sorgt dafür, dass der ursprüngliche Charakter des Hauses erhalten bleibt, während gleichzeitig eine moderne und lebendige Umgebung für junge Gäste entsteht.

Kunde

Young Austira GmbH

Durchlaufzeit

3 Monate

Veröffentlichung

2024
Dieses Bild zeigt das Young Austria Logo