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KI-Workshop: Erst urteilen. Dann investieren.

Ein Tag im Überblick über die technologischen Möglichkeiten. Gearbeitet wird an Aufgaben, die im eigenen Betrieb tatsächlich anfallen — Recherche, Auswertung, Kommunikation, Dokumentation. Am Ende liegt eine bewertete Liste auf dem Tisch: was trägt, was nicht, und womit angefangen wird.

Zwei Versionen derselben Geschichte

In den meisten Betrieben hat längst jemand angefangen, mit KI zu arbeiten. Eine Person schreibt Texte mit ChatGPT, jemand anderes lässt Sitzungsprotokolle zusammenfassen, und an dritter Stelle entsteht Halbwissen. Die Geschäftsführung hört zwei Versionen derselben Geschichte: Die einen sagen, KI ändert alles. Die anderen sagen, sie taugt nichts. Beide haben recht — für unterschiedliche Aufgaben.

Was fehlt, ist keine Software. Es fehlt ein gemeinsames Urteil: welche Aufgaben sich mit KI lohnen und überhaupt umgesetzt werden dürfen, wo der Aufwand größer ist als der Gewinn, und wer darüber entscheidet.

Was am Ende auf dem Tisch liegt

Eine bewertete Liste.
Anwendungsfälle aus dem eigenen Betrieb, nach Nutzen und Aufwand sortiert — einschließlich der Fälle, von denen abzuraten ist.

Eine gemeinsame Sprache.
Alle am Tisch meinen danach dasselbe, wenn sie über KI reden. Das klingt klein und erspart in den Monaten danach die meisten Missverständnisse.

Ein erster Schritt, der ohne mich funktioniert.
Der oberste Punkt der Liste lässt sich im eigenen Betrieb anfangen, ohne dass dafür Software gekauft, ein Vertrag geschlossen oder ich noch einmal gebucht werden muss.

Was am Ende nicht dasteht: ein fertig gebauter Ablauf. Der Workshop klärt, was sich lohnt. Gebaut wird danach — wenn überhaupt.

Was an so einem Tag beantwortet wird

Woran erkennt man, dass eine Auswertung hält? Wo lohnt der Aufwand, wo nicht? An welcher Stelle muss ein Mensch prüfen, bevor etwas hinausgeht? Diese Fragen stammen nicht aus Broschüren, sondern aus eigener Arbeit: Auftragsarbeit seit 2013, unter anderem für den Musikverein Wien, und biodiversitaet-monitor.at — eine Seite, die ich allein und mit KI in jedem Schritt gebaut habe.

Warum der Workshop gemischt ist

Der Tag funktioniert, wenn mehrere Rollen am selben Tisch sitzen — Leitung, Kommunikation, Sekretariat, und IT, wo es eine gibt. Getrennt kommt jede Seite zu einem anderen Ergebnis: die eine sieht die Entlastung, die nächste das Risiko, die dritte die Kosten. Zusammen ergibt sich daraus eine Entscheidung, die hält.

Deshalb geht es an diesem Tag nicht um Handgriffe in einem KI-Werkzeug, sondern um Urteil: was hier trägt, was Schauspiel ist, und in welcher Reihenfolge das angegangen wird.

Wie der Tag läuft

1 — Vorgespräch
Vorab ein Telefonat: welche Aufgaben anstehen, wer am Tisch sitzt, was schon versucht wurde. Ohne das wird der Tag ein Vortrag.

2 — Einordnung
Ein kurzer Aufschlag: was KI-Werkzeuge heute leisten und wo sie zuverlässig scheitern. Belegt an Arbeit, die durch meine eigenen Hände gegangen ist.

3 — Arbeit an echten Aufgaben
Nicht an Beispielen, sondern an dem, was tatsächlich auf den Schreibtischen liegt. Jede Aufgabe wird durchgespielt: Was wäre der Gewinn, was der Aufwand, was ginge dabei verloren.

4 — Bewertung und Reihenfolge
Am Ende steht die Liste: bewertet nach Nutzen und Aufwand, mit einer Reihenfolge und einem ersten Schritt.

Ein ganzer Tag. Kürzer geht es nicht: Einordnung allein erzeugt Zustimmung, aber keine Entscheidung — dafür braucht es die Arbeit an den eigenen Aufgaben, und die dauert.

Ein einzelner Workshop macht die Arbeit nicht leichter

Er sorgt dafür, dass der Aufwand an der richtigen Stelle landet. Wer erwartet, dass sich danach Arbeit in Luft auflöst, wird enttäuscht: Was aus einer umgestellten Aufgabe herauskommt, ist genauer und schneller da, verlangt aber mehr Prüfung, mehr Ordnung und mehr Verbindlichkeit als vorher.

Manchmal ist die Antwort auch, dass ein Workshop das falsche Format ist — etwa wenn ohnehin feststeht, welche Aufgabe umgestellt werden soll. Dann fängt man besser gleich damit an, den neuen Ablauf zu bauen. Und wenn im Haus jemand ist, der das danach selbst können soll, kann ich eine Zeit lang im Team mitarbeiten.

Ein Gespräch vorher kostet zwanzig Minuten und klärt das.

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