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Arbeitsweise: Mitgeschrieben. Prüfbar. Übergebbar.

Ich bin Philip Reitsperger und arbeite an den Projekten von Identity Lab selbst: Konzept, Text, Gestaltung und Entwicklung. Diese Seite beschreibt, wie ein Projekt bei mir abläuft und was am Ende im Unternehmen liegt: eine Website oder ein Arbeitsablauf, der in Betrieb ist, dazu eine Mitschrift jeder Entscheidung, die getroffen wurde. Alles davon läuft auf den Systemen des Auftraggebers.

Wer hier arbeitet

An einem Projekt von Identity Lab arbeite ich selbst: Konzept, Text, Gestaltung und Entwicklung. Fotografie, Ton, Illustration oder Spezialentwicklung hole ich fallweise dazu.

Das hat einen praktischen Effekt: Es gibt keine Abteilungen, keine Übergaben und keinen Zwischenstand, der von einem Schreibtisch zum nächsten wandert und dabei an Bedeutung verliert. Wer über die Struktur entscheidet, baut sie auch — und merkt beim Bauen, wenn die Entscheidung falsch war.

Der Einwand dagegen ist berechtigt und kommt in fast jedem Erstgespräch: Was passiert, wenn dieser eine Mensch ausfällt? Wer betreibt die Website in fünf Jahren? Deshalb wird bei mir alles mitgeschrieben, was jemand anderer später brauchen würde.

Inhalt zuerst

Ein Projekt beginnt mit dem Inhalt: Wer soll erreicht werden, was soll diese Person danach wissen oder tun, welche Begriffe gelten im Unternehmen, welche Geschichte wird erzählt und welche ausdrücklich nicht. Form, Ästhetik und Technik kommen danach.

Der Grund ist einfach: Ein Layout, das vor dem Inhalt entsteht, ist eine Vermutung über den Inhalt. Treffen später die echten Texte, Bilder und Datenmengen ein, passt die Vermutung selten. Dann wird entweder das Layout gebogen oder der Inhalt gekürzt, bis er hineinpasst. Beides kostet mehr als die Klärung am Anfang.

Was in dieser Phase entsteht, ist keine Präsentation, sondern eine Entscheidungsgrundlage: Struktur, Seitenliste, Begriffe, Prioritäten. Sie wird während des Projekts fortgeschrieben und bleibt bis zum Schluss der Bezugspunkt, auf den sich alle Beteiligten berufen können.

Gebaut wird am echten Ding

Ich baue keine Klick-Dummies und keine Prototypen, die danach weggeworfen werden. Was ich zeige, ist die Website selbst: im echten System, mit echten Inhalten, auf echten Geräten.

Das hat drei Folgen. Fehler zeigen sich früh, weil sie sich unter realen Inhalten nicht verstecken können — die überlange Überschrift, das fehlende Bild, die Tabelle mit vierzig Zeilen. Rückmeldungen werden konkret, weil geklickt statt gedeutet wird. Und zwischen Freigabe und Livegang liegt wenig, weil nichts von einem Entwurfswerkzeug in ein Produktivsystem übertragen werden muss.

Dieser Durchgang wiederholt sich: bauen, ansehen, korrigieren. Nicht jede Runde bringt einen sichtbaren Sprung. Aber jede Runde nimmt eine Annahme aus dem Projekt, die vorher niemand geprüft hatte.

Mitgeschrieben wird während der Arbeit

Entscheidungen, Strukturen und technische Eingriffe werden dokumentiert, während sie entstehen, nicht als Bericht am Schluss. Das ist der Teil meiner Arbeitsweise, der von außen am wenigsten spektakulär aussieht und im laufenden Betrieb am meisten wert ist. Drei Dinge laufen dabei mit.

Eine Dokumentation, die auch das Verworfene enthält. Sie hält fest, was entschieden wurde und was dagegen sprach. Wer ein Jahr später fragt, warum etwas so gelöst ist, liest die Antwort nach, statt sie zu rekonstruieren.

Tracker für Fortschritt, offene Punkte und Entscheidungen. Der Stand ist zu jedem Zeitpunkt ablesbar, auch für jemanden, der neu dazukommt. Kein Statusbericht, der schon beim Verschicken veraltet ist.

Ein Änderungsverlauf mit Datum und Begründung. Jeder Eingriff in Struktur, Code oder Inhalt ist einzeln nachvollziehbar und einzeln zurücknehmbar. Das gilt auch für Arbeitsschritte, an denen KI beteiligt war: Jeder Schritt bleibt für sich prüfbar, statt dass ein fertiges Ergebnis aus einer Blackbox fällt, das niemand mehr auseinandernehmen kann.

Was passiert, wenn ich ausfalle

Alles, was ich baue, liegt auf den Systemen des Auftraggebers: eigene Domain, eigener Hoster oder eigener Server, eigene Zugänge. Es gibt keine Plattform von mir, auf der das Projekt läuft, und keine Lizenz, die an meinen Namen gebunden ist. Endet die Zusammenarbeit, bleibt die Website in Betrieb.

Die Dokumentation ist so geschrieben, dass eine andere Entwicklerin oder eine Agentur damit weiterarbeiten kann: was wo liegt, warum es so gebaut ist, an welchen Stellen geprüft werden muss und wo die bekannten Schwachstellen sitzen. Ein größeres Team wirkt an dieser Stelle sicherer. Sicherer ist es aber nur so lange, wie die eine Person dort bleibt, die das Projekt wirklich kennt.

Für Arbeitsabläufe mit KI gilt dasselbe. Sie laufen auf den Geräten und in den Systemen des Unternehmens. Kein Zwang, Material aus der Hand zu geben, keine Bindung an einen Anbieter — und keine an mich.

Zum Nachsehen

biodiversitaet-monitor.at zeigt den Zustand der biologischen Vielfalt in Österreich in acht Messgrößen. Ich habe die Seite allein gebaut — Recherche, Datenaufbereitung, Text und Code, in jedem Schritt mit KI-Unterstützung. Sie belegt diese Arbeitsweise, weil sich das Beschriebene an der Seite selbst nachprüfen lässt: Vier Datenreihen holt sie bei jedem Aufruf von der Eurostat-Schnittstelle, die übrigen stammen aus Fachberichten und tragen ihren Stand im Fußbereich. Wie gerechnet wird, steht auf einer eigenen Methodik-Seite, jede Änderung in einem Changelog.

Der Satz, auf den es mir dort ankommt, ist eine Absage: „Es gibt keinen belastbaren Index, der sie zu einer Note zusammenfasst — deshalb steht hier keiner." Auch das gehört zur Dokumentation: festzuhalten, was nicht geht.

In der Auftragsarbeit zeigt sich dieselbe Arbeitsweise an der Dauer. Für den Musikverein Wien habe ich den Webauftritt entwickelt und betreue ihn laufend; die Kastner AG und das Architekturstudio nonconform begleite ich über mehrere Jahre. Projekte bleiben nur so lange in Betrieb und entwickelbar, wie der Stand nachlesbar ist — sonst wird jede Änderung zur Rekonstruktion.

Wie ein erstes Gespräch abläuft

Für ein erstes Gespräch braucht es keine Ausschreibung und kein fertiges Briefing. Es genügt eine Aufgabe, die ansteht: ein Auftritt, der nicht mehr zum Unternehmen passt, eine Website, die niemand mehr warten kann, oder eine Arbeit im Betrieb, die zu lange dauert. In zwanzig Minuten lässt sich sagen, ob ich der Richtige dafür bin.

Manchmal lautet die Antwort nein. Dann sage ich das im Gespräch und nicht im Angebot.

Kontakt
Identity Lab GmbH
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