biodiversitaet-monitor.at
Österreich erhebt zur biologischen Vielfalt reichlich. Veröffentlicht wird das Meiste als Fachbericht im PDF, ohne Datenanhang, alle paar Jahre einer, jede Stelle in ihrem eigenen Format. Wer wissen will, wie viel Fläche unter Schutz steht, wie es den Feld- und Wiesenvögeln geht und wie viel Boden täglich neu beansprucht wird, sitzt am Ende vor vier Publikationen aus vier Häusern und rechnet selbst. Die Zahlen sind öffentlich, lesbar sind sie nicht.
Wir haben zuerst die Quellenlage geprüft und dabei eine Unterscheidung eingezogen, die den Rest bestimmt: Ein Teil der Reihen ist per Schnittstelle abrufbar und wird bei jedem Lauf frisch geholt, der größere Teil steht nur in Publikationen und wird von Hand übernommen – mit Quelle, Stand und dem Rhythmus, in dem eine Neuauflage zu erwarten ist. Die Pipeline meldet selbst, wenn eine solche Reihe über ihre Zeit ist.
Danach kam für jede Messgröße die Frage nach der Bauform, und die wurde einzeln entschieden statt einheitlich: Der Bodenverbrauch steht als Balken, weil die Werte Periodenmittel sind und eine Linie Jahreswerte behaupten würde, die niemand erhoben hat. Die Achse bei den Schutzgebieten beginnt bei 26 Prozent, weil die Aussage der Abstand zum Ziel ist, die bei den Vögeln bei null, weil dort die Größe des Rückgangs die Aussage ist. Bei den Roten Listen ist jeder Balken zweigeteilt – heller Teil der vorgesehene Aktualisierungszeitraum, dunkler Teil das, was darüber hinausgeht. Was fehlt, wird benannt statt verschwiegen – etwa die vier Tiergruppen, für die es in Österreich gar keine Rote Liste gibt.
Seit Ende August steht biodiversitaet-monitor.at, inzwischen in zwei Teilen. Der eine misst: 28 Messgrößen zum Zustand der biologischen Vielfalt in Österreich, fünf davon im europäischen Vergleich, jede mit Quelle, Stand und Tabellenfassung, geordnet in sechs Kapiteln von den Arten bis zu den Schutzgebieten. Der andere erzählt: Vier Kapitel unter „Natur geht uns alle an“ führen vom Zustand über die Folgen bis zu dem, was Österreich schon wiederhergestellt hat. Dazu kommen ein Verzeichnis von 229 Einrichtungen, die für die Natur arbeiten, eine Seite mit frei verwendbaren Grafiken für Redaktionen, 34 Angebote zum Mitmachen übers Jahr und eine Seite zu dem, was Österreich über seine Natur nicht weiß. Die abrufbaren Reihen holt eine Pipeline bei jedem Lauf selbst, prüft sie und legt schlanke Dateien ab, die das Frontend liest. Von Hand gepflegt wird nur, was es nirgends abrufbar gibt – und auch das verfällt nicht still.
Daraus ist ein Verfahren geworden: Quellen prüfen, jede Messgröße einzeln gestalten, Lücken benennen, die Daten selbst laufen lassen. Was wir hier für uns selbst gebaut haben, ist derselbe Weg, den wir für Häuser gehen, die auf Datenbergen sitzen und sie niemandem zeigen können.
Laufend und gepflegt
Ein Teil der Reihen kommt bei jedem Lauf frisch von einer Schnittstelle. Der größere Teil steht nur in Fachberichten und wird mit Quelle, Stand und erwartetem Erscheinungsrhythmus übernommen – die Pipeline meldet, wenn eine solche Reihe über ihre Zeit ist.
