Interim im Team: Das Können bleibt. Ich nicht.
Drei bis sechs Monate im Betrieb: am Anfang dicht, danach immer dünner. Gearbeitet wird an dem, was ohnehin ansteht — und die Person, die es danach macht, lernt es dabei. Am Ende ist die Arbeit erledigt und jemand im Haus kann sie.
Der Weg zwischen Agentur und Anstellung
Es gibt Arbeit im Haus, für die intern gerade niemand die Praxis hat. Manchmal, weil das Feld neu ist. Manchmal, weil Aufbau und Tagesgeschäft gleichzeitig laufen und das Team beides nicht schafft. Und oft gibt es längst die Person, die das können soll — ihr fehlt nur jemand, der eine Zeit lang danebensitzt.
Eine Agentur zu beauftragen erledigt die Aufgabe und lässt das Können draußen. Jemanden einzustellen dauert Monate und setzt voraus, dass schon feststeht, wen man sucht. Interim ist der Weg dazwischen: Ich arbeite eine Zeit lang mit, und was ich dabei tue, bleibt im Haus.
Was bleibt, wenn ich weg bin
Eine Person, die es kann.
Nicht angelernt an einem Übungsbeispiel, sondern an der echten Aufgabe, mehrere Durchgänge lang — erst mit mir daneben, am Ende ohne.
Die Arbeit selbst, erledigt.
Der Aufbau läuft nicht neben dem Tagesgeschäft, sondern daran. Was in diesen Monaten anfällt, ist gemacht und nicht aufgeschoben, bis alle geschult sind.
Ein eigenes Urteil.
Wer eine Sache selbst durchgearbeitet hat, erkennt beim nächsten Werkzeug in einer Stunde, ob es taugt. Das ist der Teil, den keine Schulung liefert.
Was Interim nicht ist: eine Leihkraft, die eine offene Stelle abdeckt. Wenn nur Kapazität fehlt und niemand etwas lernen soll, ist das der falsche und der teurere Weg.
Dicht anfangen, dünner werden
Am Anfang der Zusammenarbeit bin ich viel da. In dieser Phase liegt die Arbeit zu großen Teilen bei mir, weil jeder Schritt zum ersten Mal gemacht wird. Danach wird es weniger, in dem Tempo, in dem das Team übernimmt.
Der letzte Monat ist der wichtigste. Da mache ich möglichst wenig und schaue zu. Was dann noch hakt, hakt auch nach meinem Abgang — und lässt sich jetzt noch reparieren. Drei bis sechs Monate insgesamt, je nach Aufgabe.
Zugänge bekomme ich nur für das, was die Aufgabe braucht. Keine Adresse im Haus, kein Zugriff auf Systeme, die nichts damit zu tun haben.
Wie das Weitergeben tatsächlich abläuft
Nicht als Schulung im Besprechungsraum. Die erste Runde einer Aufgabe mache ich vor und rede dabei mit: warum dieser Schritt und nicht der andere, woran ich merke, dass ein Ergebnis nicht hält. Die zweite Runde macht die Person, ich sitze daneben. Die dritte macht sie allein, und ich sehe sie mir danach an.
Das ist langsamer als ein Kurs — und der Grund, warum es hängen bleibt. Ein Kurs erzeugt Notizen. Drei echte Durchgänge erzeugen jemanden, der beim nächsten Fall selbst weiß, wo nachzusehen ist.
Wo es sinnvoll ist, kommt eine Schulung für die Breite dazu: für alle, die das Verfahren nicht bedienen, aber verstehen müssen, was daraus kommt.
Was ich weitergebe, habe ich selbst gemacht
Das Medienhaus Kastner AG in Bayern und das Architekturstudio nonconform habe ich über mehrere Jahre hinweg in dieser Form begleitet. Den Musikverein Wien betreue ich seit der Entwicklung seines Webauftritts und arbeite eng mit dem Team zusammen; Auftragsarbeit insgesamt seit 2013. Mehrjährig heißt: Ich sehe, was von einer Umstellung nach Jahren noch benutzt wird — und was wieder eingeschlafen ist.
Dazu die eigene Probe aufs Exempel. biodiversitaet-monitor.at habe ich allein gebaut, mit KI in jedem Schritt: Recherche, Datenaufbereitung, Text, Code. Methodik und Änderungsverlauf stehen öffentlich auf der Seite, jede Zahl lässt sich zurückverfolgen.
Das ist der Unterschied zu einer Schulung aus zweiter Hand: Die Fehler, vor denen ich warne, habe ich selbst gemacht.
Wissen einkaufen, ohne eine Stelle zu schaffen
Eine Stelle zu schaffen heißt, dauerhaft zu binden, bevor feststeht, was eigentlich gebraucht wird: Ausschreibung, Einarbeitung, Probezeit — und wenn die Aufgabe in einem Jahr anders aussieht, ist die Stelle trotzdem da. Ein befristeter Einsatz kostet, solange er läuft, und danach nicht mehr. Was bleibt, ist nicht die Position, sondern das Können.
Abgerechnet werden die Tage, die stattfinden. Weil der Einsatz nach hinten dünner wird, wird die Rechnung von Monat zu Monat kleiner — anders als ein Gehalt, das jeden Monat gleich hoch ist, ob gerade viel oder wenig zu tun ist. Was ein Einsatz insgesamt kostet, hängt davon ab, wie viel Arbeit tatsächlich anfällt. Das lässt sich sagen, sobald die Aufgabe klar ist, und vorher nicht: Eine Zahl ohne die Aufgabe wäre geraten.
Dazu kommt etwas, das von innen niemand liefern kann: Ich bin nicht Teil der Betriebsgeschichte. Ich weiß nicht, wessen Vorschlag vor drei Jahren abgelehnt wurde, und muss auf keine gewachsene Zuständigkeit Rücksicht nehmen. Das ist unbequem — und der Grund, warum von außen Dinge angegangen werden, die intern seit Jahren liegen.
Und die Bindung endet mit dem Einsatz. Keine Lizenz, kein Wartungsvertrag, kein Anbieter, an dem der Betrieb danach hängt. Ich eingeschlossen.
Ein Gespräch vorher kostet zwanzig Minuten und klärt, ob Interim das passende Format ist. Manchmal genügt ein Tag, an dem sortiert wird, was sich überhaupt lohnt: KI-Workshop. Manchmal reicht der Aufbau eines einzelnen Ablaufs in vier bis acht Wochen: KI-Workflows.
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