
Es war kein Plan, keine konkrete Vision. Wir wollten ein Memory entwickeln – dass wir am Ende in der Welt der Augmented Reality landen, dachten wir selbst nicht.
Alles begann mit einer einfachen Idee: ein Memory, das nicht nur illustrierte Karten zeigt, sondern lebendige Charaktere: Viren, Bakterien und andere kleine Lebewesen, die Kindern spielerisch Wissen vermitteln. Jeder Charakter sollte sich vorstellen können, über animierte Geschichten, die per QR-Code abrufbar waren. Wer keine Lust auf die Geschichte hatte, konnte die Charaktere einfach als Teil des Spiels erleben.
Wir fragten uns: Wie vermitteln wir das am besten? Lange Textblöcke wollten wir vermeiden und setzten auf animierte Videos – eine Erzählstimme, ein Charakter in Bewegung. Doch das war weder neu noch besonders spannend.
Also fragten wir uns: Wie machen wir die Charaktere lebendiger? Die Antwort: 3D-Renderings!

Für uns war 3D-Neuland. Doch was wäre cooler, als die Charaktere nicht nur auf einem Memorystein, sondern in 360 Grad auf einem Bildschirm zu sehen und mit ihnen zu interagieren? So entstand die Idee, sie in einer Interviewsituation selbst zu Wort kommen zu lassen: Nutzer:innen stellen Fragen, die Figur reagiert.


Doch der Weg dorthin war steinig. Nach Stilfindung und Illustrationsphase folgte das große Lernen: Blender-Tutorials, Selbststudium und (sehr) viel Geduld. Unser erstes 3D-Modell war ein E-Coli-Bakterium – strategisch alles andere als ideal, aber voller Lektionen. Mit jedem modellierten Tentakel kamen wir ein Stück weiter.
Doch das Modellieren war erst der Anfang. Rigging und Animation brachten neue Fragen: Was sollen die Charaktere tun? Sollen sie sich bewegen, sitzen, interagieren? Soll man sie drehen, anklicken, vergrößern können? Wo sollen sie sich befinden? Ist eine Website das richtige Medium? Wie vermeiden wir, dass Nutzer:innen aus dem Spiel gerissen werden?
All diese Fragen haben uns auf eine Idee gebracht: Augmented Reality. Die Charaktere erscheinen auf den Memorysteinen selbst, hier und da auf dem Tisch – zumindest durch die Kameralinse.
Je mehr wir uns mit AR beschäftigten, desto klarer wurde: Die Interviewsituation war nicht mehr der Fokus. Doch die Geschichten sollten nicht verloren gehen. Unsere Lösung: Eine Audiospur erzählt die Geschichte, während man das 3D-Objekt betrachtet.
Warum? Weil die Steine so ein eigenständiges Leben gewinnen – unabhängig von einer Website. Nutzer:innen bleiben im Spielprozess und erleben die Charaktere direkt im Memory. Eine nahtlose Integration, die das Spielerlebnis bereichert.
Ideen und Produkte entwickeln sich ständig weiter. Wer hätte gedacht, dass aus einem einfachen Memory ein AR-Erlebnis wird? Vielleicht haben wir in zwei Wochen schon wieder eine neue Idee, die alles auf den Kopf stellt. Genau das macht solche Projekte so spannend: der Spielraum und die Freiheit, sich auszuprobieren und Dinge anzupassen.
Die nächsten Schritte: Die Charaktere in der Augmented Reality testen – und sehen, welche neuen Fragen und Türen sich öffnen.
Also bleibt gespannt – wir sind auch!